Die Website für das gesamte Friedhofswesen.
18. 11. 2015

Recht: Wie viel Weihnachten am Arbeitsplatz?

Weihnachtsdeko am Arbeitsplatz geht in Ordnung, wenn sie die Kollegen nicht stört. Foto: Fotolia DragonImages
Erstellt von Michaela Zientek

„Früher war mehr Lametta“, sagte der große Komiker Loriot einst. Doch wie viel Weihnachtsstimmung und Dekoration sind rein rechtlich gesehen am Arbeitsplatz überhaupt erlaubt? Michaela Zientek, Juristin des D.A.S Leistungsservice, klärt auf.

Weihnachtliche Dekoration am Schreibtisch kann verboten werden

Rechtliche Regelungen zu der Schreibtischgestaltung gibt es nicht. Wird der Arbeitsplatz jedoch zum Kundenkontakt genutzt, kann der Vorgesetzte seinen Mitarbeitern Vorgaben machen. Außerdem muss er dafür sorgen, dass der Betriebsablauf innerhalb der Belegschaft nicht gestört wird: So kann er beispielsweise eine blinkende Lichterkette am Schreibtisch eines Arbeitnehmers verbieten, wenn die Lichter die Kollegen stören. Dasselbe gilt auch für Räuchermännchen und Weihnachtsmusik: Beeinträchtigen Duft oder Musik die Konzentration der anderen Mitarbeiter, kann der Chef beides verbieten.

Adventskranz im Büro erlaubt? Wer haftet?

Laut Arbeitsschutzgesetz muss der Arbeitgeber für Sicherheit am Arbeitsplatz sorgen. Daher kann er offenes Kerzenlicht verbieten. Erlaubt er Kerzen im Büro, sind auch die Mitarbeiter verpflichtet, für sicheren Umgang mit der Weihnachtsbeleuchtung zu sorgen. Eine brandfeste Unterlage muss bei einem Adventskranz mit offenem Kerzenlicht sein. Auch sollte die Kerzen nie unbeaufsichtigt bleiben, da im schlimmsten Falle der Mitarbeiter zur Verantwortung gezogen werden kann.

Weihnachtsfeier ein Muss oder unzulässige Zwangsmaßnahme?

„Eine generelle Teilnahmepflicht an der Weihnachtsfeier besteht für die Mitarbeiter nicht – zumindest in der Theorie”, erklärt Michaela Zientek. Allerdings kommt es auch auf den Zeitpunkt an, wann die Feier von statten geht. Findet diese nämlich während der regulären Arbeitszeit statt, gilt mitfeiern oder arbeiten. Wird wegen einer Feier der ganze Betrieb geschlossen, kann der Chef von einem feierunwilligen Arbeitnehmer jedoch nicht verlangen, mitzufeiern oder Urlaub zu nehmen, da dies eine unzulässige Zwangsmaßnahme darstellen würde.

Diesen Beitrag
  • weiterleiten
  • drucken

Diesen Beitrag kommentieren

Neue Kommentare (0)

Leider gibt es zu diesem Artikel noch keine Kommentare, schreiben Sie doch den ersten Kommentar!
 Website: plehn media
© 2016 Haymarket Media GmbH - Alle Rechte vorbehalten -