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30. 08. 2016

Letzte Ruhe für Herz und Hirn aus der Rechtsmedizin

Die Kölner Friedhofsgärtner verschaffen zahlreichen obduzierten Organen eine würdevolle Ruhestätte, nachdem sie als Beweisstücke für Gerichtsverfahren nicht mehr benötigt werden. Foto: GKF

Am 17. August wiederholte sich bereits zum vierten Mal die gute Tradition, dass in Kooperation zwischen dem Institut für Rechtsmedizin, der Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner und dem Bestattungshaus Hoffmann die eingeäscherten Organteile aus rechtsmedizinischen Untersuchungen beigesetzt werden. Die Kölner Friedhofsgärtner unterstützen nach eigenen Angaben das Anliegen durch die Übernahme der gärtnerischen Pflegekosten, wobei die Stadt Köln per Ausnahmeregelung darauf verzichtet, Friedhofsgebühren zu erheben.

Organteile bekommen nach Obduktion würdevolle Ruhestätte

Wie die Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner weiter informiert, handelt es sich um zahlreiche Knochen und Organteile von Menschen, die zwischen 2011 und 2013 verstorben sind und gerichtlich obduziert wurden. Sie bekommen eine würdevolle Ruhestätte, nachdem sie als Beweisstücke für Gerichtsverfahren nicht mehr benötigt werden.

Auch ganze oder in Teilen erhaltene Skelette, die bei Bauarbeiten des Öfteren geborgen und sichergestellt werden, finden zunächst den Weg in die Rechtsmedizin. Wenn dann durch die Untersuchungen eine Liegezeit von 50 und mehr Jahren herauskommt, müssen auch diese Körperteile nicht mehr aufbewahrt werden und haben jetzt einen angemessenen letzten Bestimmungsort gefunden.

Zeremonie auf dem Melatenfriedhof

Die Zeremonie fand im kleinen Rahmen auf dem Melatenfriedhof nicht weit entfernt vom Gebäude der Rechtsmedizin statt: Mitarbeiter des Instituts, der Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner und des Bestattungshauses Hoffmann versammeln sich an der speziell für diesen Zweck im Jahr 2009 ausgewählten Grabstätte des Kartäuserpriesters und leidenschaftlichen Tulpenzüchters („Tulpenkönig“) Joseph Becker, der 1812 verstarb. Seine Grabstätte wurde als Patenschaftsgrab von der Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner übernommen und für Organbestattungen in Kooperation mit dem Institut für Rechtsmedizin zur Verfügung gestellt.

Respektvoller Umgang mit menschlichen Körperteilen

„Früher wurden die Organe als medizinischer Sondermüll in roten Tonnen entsorgt“, schildert Prof. Markus Rothschild die unerträgliche Situation der vergangenen Jahrzehnte. „Aber menschliche Körperteile verdienen einen respektvollen Umgang, hierfür haben wir mit der Sammelbeisetzung in unserem Patenschaftsgrab eine gute Lösung gefunden“, ist sich auch Dirk Klein, geschäftsführender Vorstand der Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner, sicher.

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