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07. 09. 2016

Lockert Schleswig-Holstein den Friedhofszwang?

Nach dem Willen der Piratenpartei sollen in Schleswig-Holstein Angehörige die Asche Verstorbener bald auch zuhause aufbewahren dürfen. Foto: Aeternitas

Der Kieler Landtag hat heute über eine Reform des in Schleswig-Holstein geltenden Bestattungsgesetzes diskutiert. Anlass war ein von der Landesfraktion der Piratenpartei eingebrachter Gesetzesentwurf, der unter anderem vorsieht, den bestehenden Friedhofszwang zu lockern.

Nach dem Vorschlag der Piraten-Fraktion soll es künftig in Schleswig-Holstein möglich sein, die Asche Verstorbener auch zuhause aufbewahren zu dürfen – zumindest für einen auf zwei Jahre befristeten Zeitraum. Im Anschluss an diese zwei Jahre soll wie gehabt eine Bestattung der Urne auf einem Friedhof, in einem Bestattungswald oder auf See Pflicht sein.

Piraten-Fraktion will 48-Stunden-Frist für Bestattungen in Schleswig-Holstein kippen

Außerdem will die schleswig-holsteinische Piraten-Fraktion den Kommunen das Recht einräumen, in Zukunft Flächen zum Verstreuen der Asche Verstorbener außerhalb der bislang erlaubten Orte ausweisen zu können. Gekippt werden soll ebenso die bislang geltende Vorschrift, eine Bestattung erst nach einer Frist von 48 Stunden zu erlauben. Im muslimischen Glauben etwa sind deutlich zügigere Beisetzungen Pflicht.

Die Verbraucherinitiative Aeternitas begrüßt den Vorstoß der Piraten-Fraktion. „Bestattungsgesetze sollten stets die Wünsche der Bürger abbilden und diese nicht durch unnötige Vorschriften bevormunden oder einschränken“, heißt es in der Stellungnahme von Aeternitas, die in diesem Zusammenhang auf das Bundesland Bremen verweist.

Friedhofszwang: Vorschriften in Europa weitaus lockerer als in Deutschland

Dort ist es seit Anfang letzten Jahres erlaubt, die Asche Verstorbener unter bestimmten Umständen auf Privatgrundstücken zu bestatten – sofern der Verstorbene dies zu Lebzeiten verfügt hat. Noch lockerer sind die Vorschriften in vielen europäischen Staaten wie etwa den Niederlanden, wo es keinen Friedhofszwang für Urnen beziehungsweise die Asche Verstorbener gibt.

Ebenfalls von Aeternitas unterstützt wird die von der Piraten-Fraktion geforderte Abschaffung der 48-Stunden-Frist. Ein Vertreter der Verbraucherinitiative wird deshalb in der mündlichen Anhörung im Kieler Landtag Stellung zum Gesetzesentwurf der Piratenpartei beziehen. (fk)

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