Die Website für das gesamte Friedhofswesen.
01. 07. 2013

"Mobiler Friedhofsgärtner": Datenaustausch per Smartphone

Der Stand der FH Erfurt auf der Cebit 2013. Foto: FH Erfurt

Die Fachhochschule Erfurt hat ein Programm entwickelt, das es ermöglicht, friedhofsgärtnerische Arbeiten, beispielsweise am Grab, per Smartphone zu kommunizieren und zu steuern. Eine Erfurter Friedhofsgärtnerei hat das System bereits in der Praxis getestet.

Der „Mobile Friedhofsgärtner“ ermöglicht es, direkt vom Friedhof aus über das Smartphone Daten abzurufen und einzugeben: Arbeitsaufträge, die benötigten Arbeitszeiten, beteiligte Mitarbeiter, Pflegestatus des Grabes, Bepflanzung, auch die örtliche Lage des Grabes.

Großer Vorteil: Das Büro kann zeitgleich über alle Daten eine Rückmeldung auf den PC bekommen und mit diesen arbeiten, sobald sich der Mitarbeiter über seinen Barcode einloggt hat. Auch Fotos können am Grab geschossen und sofort übermittelt werden, etwa für die Kundenrechnung verwendet werden.

Entwickelt wurde das Programm im Rahmen einer Masterarbeit unter Federführung von Prof. Dr. Volker Herwig. Der beschreibt die Funktionsweise wie folgt: „Der mobile Friedhofsgärtner besteht aus einer mobilen Lösung und einem Internetportal. Die mobile Lösung erlaubt es einer Friedhofsgärtnerei, seine Mitarbeiter mit Arbeitslisten auf mobilen Geräten besser zu steuern.

Diese Arbeitslisten enthalten die für den Tag geplanten Tätigkeiten und deren Zuordnung zu Gräbern. Zur Orientierung und Optimierung werden die Orte auf der Karte des Friedhofes visualisiert. Eine Zeiterfassung ist ebenfalls Teil der mobilen Lösung.

Das Internetportal dient der Datenpflege und Administration. Gleichzeitig soll der Friedhofsgärtner das Ergebnis seiner Arbeit an den Gräbern durch ein Foto dokumentieren, welches den Angehörigen in einem Portal zur Verfügung gestellt wird. Diese haben die Möglichkeit, das Foto zu kommentieren und Aufträge beim Friedhofsgärtner über das Portal auszulösen.“

Der Prototyp des „Mobilen Friedhofsgärtners“ wurde bereits in der Praxis von der Friedhofsgärtnerei Bartel in Erfurt getestet – und Inhaberin Claudia Bartel äußert sich sehr zufrieden damit: „Es ist ein Riesenvorteil, wenn man kein Papier mehr braucht, alles über das Smartphone kommunizieren kann, gerade angesichts von Dreck und Erde auf dem Friedhof“, weiß sie.

Zwar sei das System noch nicht ausgereift, Anpassungen nötig, sie halte es aber für ausbaubar und zukunftsfähig, zumal die Friedhofskunden auch zunehmend größere Ansprüche stellten. Denn der Anteil der Internet-Nutzer nehme auch in dieser Kundengruppe rasant zu. „Portable Daten werden auch auf dem Friedhof immer wichtiger – man braucht sie da, wo das Gros der Arbeit statt findet: Vor Ort auf dem Friedhof.

Und sie können durch das neue Programm dann zeitgleich genutzt werden.“ Für den Betrieb bringt das laut Herwig auch eine gesteigerten Effizienz der Mitarbeiter und einen erwarteten höheren Umsatz durch die erhöhte Kommunikation mit den Kunden.

Das Programm ist eine eigenständige Lösung. Existieren Daten zu Gräbern und Arbeitslisten können per Import teilweise aus vorhandenen Programmen importiert werden. Das künftige Produkt ist als sogenannter Software-as-a-Service definiert, das heißt, die Kosten richten sich nach der Anzahl der mit der Software verwalteten Gräber und es wird monatlich abgerechnet. So entstehen keine hohen Einmalkosten.

Mit weiteren Betrieben wird derzeit die Entwicklung weiter vorangetrieben. Pilotkunden können sich gerne per E-Mail melden unter volker.herwig(at)fh-erfurt.de.

Zu einem Kurzinterview mit Prof. Herwig geht es hier weiter.


Katrin Klawitter

Diesen Beitrag
  • weiterleiten
  • drucken

Diesen Beitrag kommentieren

Neue Kommentare (0)

Leider gibt es zu diesem Artikel noch keine Kommentare, schreiben Sie doch den ersten Kommentar!
 Website: plehn media
© 2017 Haymarket Media GmbH - Alle Rechte vorbehalten -