In Erfurt informierten sich die Besucher in hellen Scharen neugierig über die verschiedenen Bestattungsmöglichkeiten. Kaum erwartet hatte die Friedhofsverwaltung vor wenigen Jahren das riesige Interesse an der nicht mehr ganz anonymen Beisetzung, bei der jeweils zwölf Verstorbene vor einer geschmackvollen Stele ihre letzte Ruhe finden - mit Vor-und Nachnamen und dem Geburts- und Sterbedatum. Der Name macht es halt, sagt Friedhofschef Jens Kratzing, die Hinterbliebenen wissen: Hier liegt der Verstorbene und hier können über das ganze Jahr hinweg Blumen und Gebinde niedergelegt werden. Seit Beginn der "Stelenzeit" ging der Anteil der anonymen Beisetzungen auf den Jahresfeldern auf 40 Prozent zurück, und dieser Trend hält an.
Zum Tag des Friedhofs gab es unendlich viele Fragen zu den Kosten, dem vielfach springenden Punkt beim Thema Beisetzung. Der Platz an der Stele kostet 950 Euro, der Platz im anonymen Jahresfeld 550 Euro. Zunehmend an Interesse gewinnt allerdings das Baumgrab. Es kann ein Familienbaum gewählt werden, da kostet der Platz pro Bestattung 2.418 Euro; am Gruppenbaum, der anderen Möglichkeit, 1.548 Euro. Wird dazu eine ebenerdig eingesetzte Natursteinplatte mit Namen und Daten des Verstorbenen gewünscht, sind 280 Euro zu berappen. Bei Verlust eines Baumes sichert der Friedhof eine Ersatzpflanzung in unmittelbarer Nähe.
Das Programm zum "Tag des Friedhofs" trug viele Facetten. Gärtner und Steinmetze waren da und Floristen, die Bestatter standen Rede und Antwort. Die Führungen begannen um sieben in aller Frühe mit einem Ornithologen, sie setzten sich fort mit der Besichtigung von expressionistischen Grabmalen, botanischen Führungen und halbstündigen Führungen durch das kommunale Krematorium, welches an diesem Wochenende als zweites in Deutschland das Siegel "Kontrolliertes Krematorium" erhielt.
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