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27. 06. 2016

Arbeitsrecht: Das Wichtigste zum Thema Urlaub

Das Bundesurlaubsgesetz regelt den rechtlichen Rahmen zum Thema Urlaub, an den Arbeitgeber wie auch Arbeitnehmer gebunden sind. Foto: Zerbor Fotolia
Erstellt von TASPO Online

Sommerzeit – Urlaubszeit. Der richtige Zeitpunkt, um einen Blick auf die rechtlichen Regelungen zum Thema Urlaub für Arbeitgeber wie auch Arbeitnehmer zu werfen. Zum Beispiel, wann er fällig wird, wann ihn der Arbeitgeber verwehren kann oder auch wie Kündigung und Urlaubsanspruch zusammenspielen.

Grundsätzliches zum Thema Urlaub

Das Bundesurlaubsgesetz besteht seit 1963 und räumt dem Arbeitnehmer mindestens 24 Werktage bezahlten Erholungsurlaub ein. Dabei kommt es darauf an, ob der Samstag im Betrieb auch als regulärer Arbeitstag beziehungsweise halber Arbeitstag zählt. Gesetzliche Feiertage zählen nicht in den Urlaubsumfang mit hinein. Sollte der Betrieb Urlaubsgeld gewähren, muss es vor dem Antritt ausgezahlt werden.

Eine tarifliche Regelung kann den bestehenden Rahmen des Bundesurlaubsgesetzes erweitern. Diesen Bestimmungen müssen Arbeitgeber wie Arbeitnehmer Folge leisten.

Kündigung? Urlaub und betriebliche Zugehörigkeit

Arbeitgeber sind erst verpflichtet, Urlaub zu gewähren, wenn der Arbeitnehmer dem Unternehmen mindestens sechs Monate angehört (Wartezeit). Ein offenes Wort zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter kann diese Regelung natürlich umgehen. In der Probezeit wird in der Regel kein Urlaub gewährt.

Grundsätzlich hat der Arbeitnehmer jeden Monat Anspruch auf ein Zwölftel seines Urlaubs. Sollte er das Unternehmen verlassen, bevor er überhaupt das erste halbe Jahr abgegolten hat, muss der Arbeitgeber ungeachtet der eigentlich bestehenden Wartezeit die hier angefallenen Urlaubstage gewähren.

Sollte ein Arbeitnehmer den Betrieb verlassen und bereits mehr Urlaub bekommen haben, als ihm über den geleisteten Zeitraum zugestanden hätte, kann der Arbeitgeber diese zu viel gewährten Urlaubstage nicht vom Gehalt abziehen. Hier hat er also klar das Nachsehen.

Arbeitgeber müssen Arbeitnehmern den restlichen Urlaub vor dem Ausscheiden gewähren. Sollte dies zeitlich nicht möglich sein, muss der Urlaub abgegolten werden.

Wann der Urlaubsanspruch verwehrt werden kann

Grundsätzlich sollten die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers berücksichtigt werden. Allerdings kann der Arbeitgeber bei dringenden betrieblichen Belangen den Urlaub verschieben oder erst einmal verwehren.

Dringende  betriebliche Erfordernisse können auch zu einer Teilung des Urlaubs führen oder auch in der Person des Arbeitnehmers liegen. Hat der Arbeitnehmer allerdings noch Anspruch auf mehr als zwölf Werktage Urlaub, muss einer der Urlaubsteile auch zwölf Werktage umfassen.

Auch haben in der Urlaubsplanung Arbeitnehmer Vorrang, sollten sie bestimmte soziale Gegebenheiten erfüllen, zum Beispiel Familie haben. Würde es also zu betrieblichen Engpässen kommen, wenn ein Arbeitnehmer ohne Familie ebenfalls Urlaub beantragt, dann kann der Arbeitgeber diesen verwehren.

Urlaub und Krankheitsfälle

Urlaub muss auch gewährt werden, wenn der Arbeitnehmer ihn an eine medizinische Maßnahme wie etwa einen Reha-Aufenthalt anschließen möchte oder vom Arzt dazu aufgefordert wurde.

Wer während des Urlaubs erkrankt, kann sich die Krankheitstage vom Arzt attestieren lassen. Diese dürfen nicht auf den Jahresurlaub angerechnet werden. Auch Rehabilitationsmaßnahmen zählen nicht als Urlaubstage.

Übertragung von Urlaubstagen ins kommende Kalenderjahr

Grundsätzlich gilt der Urlaubsanspruch für das laufende Jahr. Eine Übertragung der Urlaubstage ins kommende Kalenderjahr ist nur aufgrund dringender betrieblicher Erfordernisse oder in der Person des Arbeitnehmers liegender Gründe (etwa Krankheit) möglich. Dann muss der Urlaub im ersten Quartal des Folgejahres abgegolten werden.

Darf ich im Urlaub arbeiten?

Urlaub ist zur Erholung da, die dem Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen nutzt, da der Mitarbeiter nach der freien Zeit wieder mit aufgeladenen „Akkus“ an seine Tätigkeit geht. Einer Erwerbstätigkeit darf er während des Urlaubs nicht nachgehen, da diese den Erholungseffekt zunichtemachen würde.

Gibt es auch einen dreiviertel Tag Urlaub?

Urlaubstage können nicht beliebig vom Arbeitnehmer „zerstückelt“ werden. Sollte er maximal die Hälfte der Stunden eines Werktags frei nehmen, wird ein halber Urlaubstag abgezogen, alle Stunden die über dieser Anzahl liegen, gelten als voller Urlaubstag.

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