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23. 08. 2012

Aus seinem Schatten herausgetreten – Ein Jahrzehnt Trauerhain in Frankfurt/M.

Ein historischer Gedenkstein mit dem Relief einer trauernden Frau kennzeichnet den Ablageplatz für Blumen und Gestecke für beide Trauerhaine. Foto: Litke

Im Rückblick soll der Zeitgeist die treibende Kraft gewesen sein, weshalb im Jahr 2002 auf einem 22 Hektar großen Stadtteilfriedhof erstmals als weitere Variante des Umfelds für Urnenwahlgrabstätten vom Frankfurter Grünflächenamt ein Trauerhain angeboten wurde. Bis heute verzeichnet die Nachfrage rund 250 so genannte Nutzungsrechtsvergaben – Tendenz zunehmend.

Die Bürger hätten schon vor mehr als zehn Jahren weitere Alternativen zur anonymen Bestattung sowie zur Beisetzung in herkömmlichen Rasengräbern verlangt, ruft Diplom-Ingenieur Harald Hildmann in Erinnerung. Er ist als Landschaftsarchitekt leitend verantwortlich für alle städtischen Friedhofsangelegenheiten in Frankfurt am Main. Außerdem hatte sich damals längst die Idee des naturnahen Urnengrabs im Wald verbreitet, wofür heute im Umland Frankfurts vier Friedwälder und ein Ruheforst bestehen.

Im Nordwesten des Stadtgebiets für inzwischen fast 700.000 Einwohner war unter insgesamt 37 einer der flächenstarken Friedhöfe ausgewählt worden, den mehrere Besonderheiten kennzeichnen: Westhausen ist erst Anfang der 1950er Jahre eingeweiht worden. Er besitzt seit Mitte der 1960er eine baulich markante Trauerhalle mit angrenzender monumentaler Mauer im Stil der seinerzeit modernen Betonarchitektur. Die beiden namhaften und Frankfurt verbundenen Künstler Günter Bock und Otto Herbert Hayek beherrschten diesen Stil vollendet. Durchaus umstritten geblieben ist deren Ergebnis aber bis heute in ihrer dem Werkstoff geschuldeten Ästhetik. Eine zusätzliche Besonderheit bildet ein integrierter Ehrenfriedhof für fast 5.000 italienische Soldaten, die während des Zweiten Weltkriegs militärinterniert als Opfer unseligen Geschichtsverlaufs ihr Leben verloren.

In diesem Umfeld also, angrenzend an den Cimitero, wurde der erste Trauerhain Frankfurts mit einem bescheidenen Schild ausgewiesen. Sieben Beisetzungen verzeichnet die Statistik des Startjahrs 2002, 2011 waren es 66. Zum Ermessen ihrer Bedeutung sei die Anzahl aller Frankfurter Beisetzungen gegenübergestellt, die im vergangenen Jahr 4.700 betrug, davon 3.171 Feuerbestattungen. Lesen Sie mehr dazu in der August-Ausgabe der Friedhofskultur ab Seite 16.

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