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20. 06. 2017

Erlaubt: Gemüse als Grabbepflanzung

Sind in Neuburg an der Donau jetzt auch als Grabbepflanzung erlaubt: Tomaten. Foto: Pixabay
Erstellt von TASPO Online

Tomatenpflanzen auf einem Grab erhitzten im vergangenen Herbst die Gemüter im oberbayerischen Neuburg an der Donau. „Ein Friedhof ist kein Schrebergarten“, argumentierten die Gegner. Jetzt hat der Stadtrat entschieden: Obst und Gemüse darf auf dem Neuburger Friedhof angepflanzt werden.

Eine kleine Einschränkung gibt es allerdings: Das Grab muss so gestaltet sein, „dass es dem würdevollen Erscheinungsbild eines Friedhofs gerecht wird“, zitiert die Passauer Neue Presse den Rathaussprecher Bernhard Mahler. Unter dieser Voraussetzung habe der Neuburger Stadtrat beschlossen, Gemüse- und Obstpflanzen auf Gräbern in der Friedhofssatzung nicht zu verbieten.

Tomatenpflanzen auf dem Grab der Großeltern sorgen für bundesweite Schlagzeilen

Auslöser für die Diskussion waren im vergangenen September Tomatenpflanzen, die eine 23-Jährige in Neuburg an der Donau auf dem Grab ihrer Großeltern gepflanzt hatte. Nachdem zunächst die Augsburger Allgemeine über die außergewöhnliche Grabgestaltung berichtet hatten, sorgte eine Meldung der Deutschen Presseagentur wenige Tage später für bundesweite Schlagzeilen.

„Ich kann nachvollziehen, dass darüber diskutiert wird – weil es ungewöhnlich ist. Ob man sich darüber aufregen muss, ist sicherlich eine andere Frage“, äußerte Jörg Freimuth, Geschäftsführer des Bayerischen Gärtnereiverbandes, damals gegenüber dem Donaukurier.

Obst und Gemüse auf dem Grab früher durchaus üblich

Weil die 23-Jährige die Tomatenpflanzen auf dem Grab ihrer Großeltern gewählt hatte, da diese mit Erinnerungen an ihren verstorbenen Opa verbunden sind, helfe das Grab vielmehr in der Trauer, so Freimuth. Zudem sei es in der Vergangenheit durchaus üblich gewesen, „dass auf dem Kirchhof – wo die Menschen bestattet wurden – Obst und Gemüse angepflanzt wurden. Diese Fläche rund um die Kirche diente ja meist auch zum Unterhalt des Pfarrhauses.“

Freimuth selbst habe sogar schon mal ein Grab mit Küchenkräutern gesehen, das niemandem Probleme bereitet hatte. „Das Prinzip ist ähnlich wie bei der Straßenverkehrsordnung: Man muss sich so verhalten, dass auch der Nachbar damit klarkommt“, so Freimuth.

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