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01. 03. 2017

Friedhof heute: Medienpreis vergeben

Der Medienpreis „Friedhof heute“ würdigt journalistische Arbeiten, die sich dem Thema Friedhof unbefangen und mit gegenwärtigem Bezug widmen. Foto: Aeternitas
Erstellt von TASPO Online

Die Gewinner des mit insgesamt 5.000 Euro dotierten Medienpreises „Friedhof heute“ stehen fest. Prämiert wurden journalistische Beiträge, die einen differenzierten Blick auf den Wandel in der Friedhofskultur werfen.

Den ersten Platz in dem von der Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas ausgeschriebenen Wettbewerb belegt die auf 3sat ausgestrahlte Fernsehreportage „Ruhe sanft und günstig“ von Ralf Bonsels.

Wirtschaftliche Veränderungen im Friedhofswesen und ihre Konsequenzen

Der Autor schildert darin kritisch die wirtschaftlichen Veränderungen im Bestattungs- und Friedhofswesen und ihre Konsequenzen für die beteiligten Branchen und Bürger und zeigt „deutlich, aber nie reißerisch“ auf, „welche verschiedenen Interessenslagen es in diesem Bereich gibt“, so die Jury. Ebenfalls beeindruckt hat die Juroren Bonsels‘ sorgfältige Recherche.

Platz zwei teilen sich die Reportage „Tag der Befreiung“ von Gero Günther aus dem SZ-Magazin der Süddeutschen Zeitung und der Beitrag „Kein Frieden auf dem Friedhof“ von Hans W. Korfmann, veröffentlicht im Berliner Stadtteilmagazin „Kreuzberger Chronik“.

Wandel in der städtischen Friedhofskultur

Korfmann verdeutlicht am Beispiel eines Berliner Friedhofs den aktuellen Wandel in der städtischen Friedhofskultur – weg vom Friedhof, hin zur Parkanlage. Die Friedhofsverwaltungen scheinen umgedacht zu haben, vermutet der Journalist, „denn vom Sterben allein kann kein Friedhof mehr überleben, seit es kostengünstige Urnengräber und immer weniger Tote gibt“, wie Korfmann in seinem Beitrag schreibt.

„Ausgezeichnet wird insbesondere, wie der Autor – sprachlich herausragend – das Kleine mit dem Großen, das Detail mit dem übergeordneten Ganzen verknüpft. Das Schicksal einzelner Protagonisten vor Ort findet ebenso Berücksichtigung wie die Darstellung politischer und ökonomischer Zusammenhänge, die zu Friedhofsschließungen führen können“, so das Urteil der Jury.

Suche nach Angehörigen auf Soldatenfriedhöfen in Osteuropa

Günther, der zweite Zweitplatzierte, hat in seiner prämierten Reportage „Tag der Befreiung“ Menschen begleitet, die sich über 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs auf deutschen Soldatenfriedhöfen in Osteuropa auf die Suche nach ihren Angehörigen machen – „in der Hoffnung, inneren Frieden zu finden“, wie es in Günthers Einleitung heißt.

„Der Preis würdigt, wie der Text in beeindruckender Weise die Bedeutung des Friedhofs für die Lebenden beschreibt, auch wenn es sich bei den Soldatenfriedhöfen vordergründig um historische Stätten handeln mag“, so die Jury in ihrer Begründung. Günther bescheinigen die Juroren viel Einfühlungsvermögen in der Schilderung der „Gefühle und Beweggründe der Reisenden“. Dabei verdeutliche er gleichzeitig die „klassische“ Funktion des Friedhofs als wichtige Stätte der Erinnerung.

Dem Thema Friedhof auf unterschiedliche Weise nähern

„Wir waren erneut überrascht, auf welch unterschiedliche Weise man sich dem Thema Friedhof nähern kann“, so Christoph Keldenich, Aeternitas-Vorsitzender und Mitglied der Jury. „Viele der eingereichten Beiträge beschäftigen sich mit den derzeitigen wirtschaftlichen Sorgen der Friedhofsträger, aber auch juristische, religiöse und praktische Fragen der Bürger sowie kulturelle, historische und soziale Aspekte wurden facettenreich und spannend umgesetzt.“

Die Verbraucherinitiative Aeternitas will ihren Medienpreis „Friedhof heute“ auch in diesem Jahr ausschreiben.

Die Medienpreisträger 2016 zum Anschauen und Nachlesen

1. Platz: „Ruhe sanft und günstig“ von Ralf Bonsels (3sat Mediathek)

2. Platz: „Kein Frieden auf dem Friedhof“ von Hans W. Korfmann (Kreuzberger Chronik)

2. Platz: „Tag der Befreiung“ von Gero Günther (SZ-Magazin)

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